Mit deinen Augen

Ich kann dich nicht sehen
Dich nicht berühren
Nur manchmal spüren
Dass du bei mir bist

Ich kann dich nicht halten
Nicht überreden
Nur manchmal gegen
Die Welt mit dir angehen

Mit deinen Augen würde ich gern nur einmal sehen
Wie du mich siehst, mich selbst und die Welt verstehen
Mit deinen Augen – nur einen Augenblick
Wirklich sehen und neugeboren zurück

Kann ich wirklich sehen
Oder nur die Kulissen
Wer kann schon wissen
Was dahinter steckt

Oft wird hinter Masken
Die Stellung gehalten
Doch wir bleiben die Alten
Trotz aufgesetztem Gesicht

Beim Blick in den Spiegel
Sind die Träume vergangen
Ich kann neu anfangen
Weil du ein Auge zudrückst

  "Der siebte Tag", Holzschnitzwerk von Otto Flath (Detailfoto)

Im Rahmen der Nacht der Kirchen 2009 habe ich mich mit diesem Holzschnitzwerk von Otto Flath beschäftigt. Es stellt den ruhenden Gott dar, der nach 6 Tagen Schöpfungswerk die Augen schließt...

Für mich eine Herausforderung. Was, wenn Gott die Augen wieder öffnet und wahrnimmt, wie der Lauf der Dinge weitergegangen ist. Wir kennen die Geschichte von der Frucht am Baum der Erkenntnis. Wir wissen von Kain und Abel. Wir leben nicht mehr im Paradies.

Mit welchen Augen sieht Gott uns an? Fühle ich mich erkannt?

Aus diesen Gedanken heraus ist das Lied entstanden.
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